Wege aus der Krise
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Sozial gerecht und solidarisch aus der Energiekrise!

Wir brauchen jetzt Investitionen in ein ökologisch nachhaltiges Energiesystem. Sowohl um unseren Verbrauch von Energie zu reduzieren als auch um deren Erzeugung umzustellen, müssen wir mit Zukunftsinvestitionen lenkend eingreifen. Sei es mit mehr Mitteln für thermische Sanierung, für eine Förderung dezentraler umweltfreundlicher Stromerzeugung oder für Maßnahmen zur Erreichung der Klimaziele. Das Zivilgesellschaftliche Zukunftsbudget zeigt, dass Ökologisierung und soziale Gerechtigkeit Hand in Hand gehen können. Mehr Geld für thermische Sanierung - auch für die Sanierung von Wohnraum von Menschen mit niedrigem Einkommen - und eine Beratungsoffensive für nachhaltige Energieträger stellen sicher, dass ökologisches Bewusstsein und Handeln nicht nur Besserverdienenden vorbehalten ist. Nur sozial gerecht und solidarisch können wir die Energiekrise überwinden....

                          

Thermische Sanierung

Die Reduktion des Energie- und Stromverbrauchs erfordert u. a. die Sanierung des gesamten Gebäudebestandes in Österreich in Richtung Niedrigenergiestandard. Bis 2050 sollen flächendeckend alle Gebäude in Österreich saniert sein. Das entspricht einer jährlichen Sanierungsrate von 3%. Die bessere Isolierung von Wohnraum ist dabei nicht nur eine sinnvolle Klimaschutzmaßnahme, sondern führt auch zu einer Verbesserung der Lebensqualität.
Die Nachfrage nach schon bestehenden öffentlichen Unterstützungen ist dementsprechend groß. Neben der Erleichterung von Sanierungen auch in Mehrgeschoßbauten durch Rechtsansprüche oder der neuerlichen Zweckwidmung der Wohnbaufördermittel mit einer entsprechenden ökologischen Komponente sind langfristig verlässliche Förderinstrumente ein wesentlicher Faktor, um das Erreichen der jährlichen Sanierungsrate von 3% zu gewährleisten.
Gegenwärtig stellt die Regierung trotz großer Nachfrage noch immer zu wenig Fördermittel zur Verfügung. Wir schlagen jährlich zusätzliche 200 Mio. Euro an Fördermitteln für thermische Sanierung vor. So wären - zusammen mit den ohnehin schon budgetierten 100 Mio.  Euro - insgesamt 300 Mio. Euro für diesen Bereich verfügbar. Damit auch Menschen mit niedrigem Einkommen in den Genuss einer sanierten Wohnung kommen, wird ein flächendeckender Sanierungsplan erarbeitet. Ein Teil der öffentlichen Gelder muss verpflichtend in die Sanierung von Wohnraum von Personen mit niedrigem Einkommen bzw. in die Sanierung des mehrgeschossigen Wohnbaus und die Sanierung von öffentlichen Gebäuden investiert werden. Durch diese Investitionen kann nicht nur ein wichtiger Beitrag zu den Klimaschutzzielen Österreichs geleistet werden, sondern es würden auch mehr als 2.200 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. Im Rahmen dieses Sanierungsprogrammes ist auch der Umstieg von fossilen (= Kohle, Öl und Gas) auf andere Heizformen durchzuführen.

Förderung dezentraler Stromerzeugung

Im Bereich der Stromerzeugung geht es - abgesehen vom Ausbau von ökologisch sauberer Energie - mittelfristig darum, dass die Stromerzeugung nicht ausschließlich zentral erfolgt, sondern zunehmend ein dezentrales Netz von Energiestromerzeugern gefördert wird, wo auch Haushalte Strom in das Netz einspeisen können. 30 Mio. Euro sollen in einem ersten Schritt in die Dezentralisierung der Stromversorgung investiert werden. 

Beratungsoffensive - Energiesparen/Nachhaltige Energieformen

Mittelfristig geht es darum, dass Haushalte nicht mehr mit fossilen Energieträgern heizen müssen und insgesamt weniger Strom bzw. Energie verbrauchen. Die benötigte Energie soll ökologisch sauber erzeugte Energie sein. Derzeit gibt es rund 800.000 bis 1 Mio. Haushalte in Österreich, die noch immer mit Erdöl heizen. Jährlich sollen 10 Mio.  Euro mehr für die Beratung zur Verbesserung der Energieeffizienz ausgegeben werden. Darüber hinaus braucht es auch Maßnahmen gegen Energiearmut. Wir haben diese in das Kapitel "Leistbares Wohnen für alle" integriert.