3,5 Milliarden für die Zukunft - Vermögenssteuer jetzt!
Utl.: Bei einem österreichweiten Aktionstag fordern Organisationen: 3,5 Milliarden für die Zukunft - Vermögenssteuer jetzt!
Unter dem Motto "3,5 Milliarden für die Zukunft. Vermögenssteuer jetzt!" finden heute in ganz Österreich zahlreiche Aktionen der breiten zivilgesellschaftlichen Allianz "Wege aus der Krise" statt. Die einzelnen Aktionen in Wien und den Bundesländern machen sichtbar:
Steuerprivilegien der Reichen abschaffen
"In keinem anderen OECD- Land (außer der tschechischen Republik) wird Vermögen so niedrig besteuert wie in Österreich. Während Gewinne, Spitzengehälter und Vermögen anwachsen, nimmt deren Steuerleistung anteilsmäßig zunehmend ab. Es geht darum, dass Vermögende in Österreich endlich auch einen gerechten Anteil beitragen - für Armutsbekämpfung, soziale Gerechtigkeit und für gerechte Umverteilung", sagt Alexandra Strickner von Attac Österreich.
Überfluss besteuern und sinnvolle Investitionen für alle setzen
Allein die Zahl der österreichischen Euro-Millionäre ist laut dem Vermögensreport 2009 der Liechtensteiner Investmentgesellschaft Valluga trotz der Wirtschaftskrise um elf Prozent auf 68.900 Personen gestiegen. Ihr addiertes Vermögen hat sich auf 210 Milliarden Euro vermehrt. Demgegenüber ist rund eine halbe Million Menschen in Österreich von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffen, weitere 500.000 gelten als armutsgefährdet. "Und auch viele, die mit ihrem Einkommen über der Armutsgefährdungsgrenze liegen, strudeln sich tagtäglich ab, um über die Runden zu kommen", sagt vida-Vorsitzender Rudolf Kaske. Massensteuern und Sparpakete würden diese Menschen massiv treffen - und auch unserer Wirtschaft schaden. "Stattdessen braucht es den Mut, Tabus wie es die Steuerprivilegien der Reichen sind, anzupacken", tritt Kaske für die Einführung der Vermögenssteuer ein. Diese Steuern auf den Überfluss sollen für sinnvolle Zukunftsinvestitionen verwendet werden. "Dazu gehören die Ausweitung des Angebotes an Pflege und Betreuung und der Ausbau des öffentlichen Verkehrs. Das bringt allen was und schafft zudem tausende sinnvolle, neue Arbeitsplätze", erklärt Kaske.
Vermögenssteuer als Finanzmittel für unsere Umwelt
"Wenn wir unsere Emissionen nicht nachhaltig reduzieren, wird sich die Erdatmosphäre um bis zu 4,5° Celsius erwärmen. Soziale Ökosteuern sind ein wirksames Instrument um den klimaschädlichen CO2-Ausstoß zu reduzieren. Durch eine Vermögenssteuer hätten wir weitere Finanzmittel für Investitionen in eine umweltverträgliche Mobilität, in thermische Sanierung und nachhaltige Energieträger, das sind Investitionen in unser aller Zukunft", kommentiert Jens Karg, Sprecher der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000.
Vermögenssteuer als Investition in unsere Zukunft
Die breite zivilgesellschaftliche Allianz "Wege aus der Krise", der neben Attac, der Lebensgewerkschaft vida auch die Armutskonferenz, GLOBAL 2000, Greenpeace, die Katholische ArbeitnehmerInnen Bewegung Österreich, SOS Mitmensch und die Produktionsgewerkschaft PRO-GE, angehören, ist sich einig: "Statt Massensteuern und Sparpaketen muss jetzt Überfluss besteuert und in die Zukunft investiert werden".
Infos zu den Aktionen
Die Aktionen finden in Wien, St. Pölten, Wiener Neustadt, Neunkirchen, Waidhofen/Ybbs, Graz, Salzburg, Klagenfurt, Villach, Innsbruck, Linz, St. Valentin und Eisenstadt (25.6.2010) statt. Neben Verteilaktionen stehen Infostände, eine Pressekonferenz, ein Promi-Besuch bei einer Bank in Salzburg und eine Geldsack-Aktion in Wien auf dem Programm.
Link zu Fotos der Aktion in Wien:
www.flickr.com/photos/global2000/4729999164/in/set-72157624346118958/