Als im April 2014 zehntausende Dokumente des niederländischen Beratungsunternehmens PricewaterhouseCoopers (PwC) an die Presse gespielt wurden war der Aufschrei groß. Ein derart gewaltiges Ausmaß an systematischer Steuervermeidung hätte sich kaum jemand vorstellen können. PwC hatte im Auftrag seiner Kunden (Unternehmen) Steuermodelle mit dem Luxemburgischen Steueramt verhandelt, die diesen Kunden (unter anderem IKEA) erlaubten, ihre Steuerlast auf unter 1 Prozent zu drücken.
Die mittlerweile als Luxleaks bekannte Affäre wurde von Antoine Deltour ausgelöst, einem ehemaligen Mitarbeiter bei PwC. Er konnte die dort organisierten Deals nicht mehr länger mit seinem Gewissen vereinbaren und übergab daher die schriftlichen Beweise unzähliger fragwürdiger Steuerabsprachen an das International Consortium of Investigative Journalists. Nachdem dieses die Dokumente ausgewertet und Steuervermeidung in Milliardenhöhe festgestellt hatte, entbrannte eine Diskussion über die Notwendigkeit neuer Gesetzesgrundlagen, die bis in die Europäische Union und die G20-Debatten hineinreichte.
Statt dem Aufdecker Antoine Deltour dafür zu danken, wird er jetzt vor Gericht gestellt. Obwohl er völlig uneigennützig gehandelt hatte, drohen ihm fünf bis zehn Jahre Haft für Diebstahl (der Dokumente) und Verletzung des Berufsgeheimnisses.
Für ihn setzt sich jetzt eine Initiative ein, die eine nur symbolische Strafe fordert. Sie unterstreicht, dass Deltour Zivilcourage und Gewissen bewiesen und im öffentlichen Interesse gehandelt hat. Wenn auch Sie der Meinung sind, dass hier der Falsche auf der Anklagebank sitzt, unterstützen Sie die Petition:
