Wege aus der Krise
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1.-7. April: Aktionswoche #EndTaxHavens

Ikea: Aggressive Steuervermeidung

 

Während man sich als kleines Unternehmen aber auch als ArbeitnehmerIn der allgemeinen Steuerpflicht kaum entziehen kann, gibt es für große Konzerne zahlreiche Möglichkeiten Steuern zu vermeiden. Jedes Jahr fließen 1.000 Milliarden Euro an den europäischen Finanzämtern vorbei in Steueroasen (Quelle: EU-Kommission und AK). Dabei kommen legale (als Steuervermeidung bezeichnete) und illegale Methoden (Steuerhinterziehung ) zur Anwendung. Steuervermeidung hat etwa der Konzern Ikea perfektioniert. Ikea  verrechnet intern unter seinen Töchterunternehmen und schiebt Gelder von einem Topf in den Nächsten, bis der Großteil versickert und formell kaum mehr etwas drin ist. So zahlen die Filialen von Ikea zum Beispiel Lizenzgebühren an den Mutterkonzern in den Niederlanden, die dort nur mit 5 Prozent versteuert werden. In Österreich beliefen sich die Lizenzzahlungen 2014 auf 16 Millionen Euro, um die der zu versteuernde  Firmengewinn hier formal schrumpfte (1). In Deutschland zahlt Ikea insgesamt nur rund 15 Prozent Gewinnsteuer, um die Hälfte weniger als andere vergleichbare Unternehmen (2). Genaue Zahlen für Österreich sind aufgrund des Steuergeheimnisses leider nicht vorhanden. Aber auch hier können wir annehmen, dass Ikea weit unter dem nominellen Steuersatz liegt (3). Und das, obwohl der Konzern genauso wie alle anderen von der mit Steuergeldern hervorragenden österreichischen Infrastruktur profitiert.

 

Die Lösung: Gesamtkonzernsteuer


Um diese sozial ungerechten Steuerlücken zu schließen,  fordern wir eine Gesamtkonzernsteuer (Unitary Taxation). Dabei wird zunächst wird ein Konzern als Einheit betrachtet und muss sämtliche Aktivitäten aller Töchter in allen Ländern offenlegen. Im zweiten Schritt wird mit Hilfe einer Formel der Gewinn des Konzerns nach dessen tatsächlichen Aktivitäten den einzelnen Ländern zugeordnet. In die Formel fließt u.a. ein, wie umfangreich ein Konzern in einem Land investiert, wie viele Menschen für wie viel Geld in einem Land arbeiten, welchen Umsatz das Unternehmen dort tatsächlich macht. Im dritten Schritt wird der Konzern in jedem Land nach dessen Steuersätzen besteuert, wobei der Mindeststeuersatz 25 % betragen soll.

 

300 Millionen Euro zusätzliche Einnahmen für Zukunftsinvestitionen


Mit diesem Modell können Konzerne Verlust und Gewinne nicht mehr kreativ verschieben, und der einheitliche Mindestsatz stellt sicher, dass der Steuerwettbewerb zwischen den Ländern entschärft wird. Aufgrund fehlender Daten schätzen wir die zusätzlichen Einnahmen daraus in Österreich konservativ auf mindestens 300 Millionen Euro.

 

Mehr Informationen zur Kampagne finden Sie hier...

Unsere Vorschläge für sozial gerechte Kapitalsteuern finden Sie im Zukunftsbudget...